Gemäß unserer ‚Satzung’, dass dieser Blog auch mal ein gerichtetes Ventil sein darf, möchte ich hier jetzt mal Dampf ablassen. Ich, Lüdde, finde, dass die Freie Universität nach der überfälligen Schließung des Flughafens Tempelhof auf das freiwerdende Gelände ziehen sollte! Kawumm, warum das denn? Dafür gibt es gute Gründe.
Zunächst ist es für uns Studierende sehr ungünstig ständig (weit raus) nach Dahlem zu fahren. Abendveranstaltungen sind schlecht besucht, ich verbringe mein gefühltes halbes Leben in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nun werden die Kritiker sagen: „Na dann zieh doch nach Dahlem!“, worauf ich zu erwidern hätte: „Kiek dir mal die Mietpreise an!“ In Tempelhof wäre das alles besser. Die Gegend wäre bezahlbar, die Kreuzberger könnten hinlaufen und wir anderen hätten es dank U6 und Ring-Bahn auch nicht so weit.
Viel wichtiger ist mir allerdings ein anderes Argument. Ich habe einfach keine Lust zwischen diesen reichen, zum Teil entrückten Leute zu studieren. Als Student habe ich auch eine gesellschaftliche Verantwortung und möchte an gesellschaftlichen Debatten teilnehmen. Da ist es nicht hilfreich täglich an Villen mit Ausgeburten automobiler Unvernunft führender deutscher Hersteller (SUVs, Geländewagen oder einfach ‘Panzer’) im Vorgarten entlang zu schlendern, dessen Insassen von der Sorge geplagt werden, wie der Spitzensteuersatz dauerhaft niedrig gehalten werden kann. Warum muss eine Uni auch in einem Villenviertel/-vorort stehen? Studenten sollten da studieren wo es eben nicht überall blitzt und blinkt, sondern wo die sozialen Probleme auch mal zu Tage treten, bzw. ein ‚normales’ Leben geführt wird, in durchschnittlichen Verhältnissen – wie z.B. in Tempelhof. Dann verstünden die lieben Studierenden auch in ihren späteren Position am Markt wo der Schuh im Lande drückt und wer bei der Verteilung und dem Geschäftemachen bitte berücksichtigt werden soll, und damit meine ich nicht die obere Mittelklasse und darüber!
Ich weiß die Argumentation ist einfach erdrückend logisch. Auch finanziell wäre es wahrscheinlich kein so großes Problem; darauf brachte mich heute Nachmittag ein geschätzter Dozent unserer Elite-Uni. Wenn die FU ihre Villen verkaufen würde, bliebe wahrscheinlich genug übrig um einen schönen, zentralen Campus in Tempelhof zu bauen.
Es ist davon auszugehen, dass der defizitäre, gefährliche Business-Flughafen Tempelhof nach der Volksabstimmung am 24. April geschlossen wird. Wo früher West-Berlins Freiheit durch die Luftbrücke erhalten wurde, würden dann Studierende wohnen, lesen, schreiben und diskutieren. Ein Freie Universität würde sich dort doch gar nicht schlecht machen.
Amen!
Auch wenn das Kommentar reichlich spät kommt, aber das hätte schon was!