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Der \Vor knapp zweieinhalb Wochen erschien auf der US-amerikanischen Amazon-Seite (amazon.com ist der weltgrößte Online-Buchhandel) ein offener Brief von Firmengründer und Chef Jeff Bezos. Das Amazon-eigene Lesegerät für E-Books, der “Kindle”, sei restlos ausverkauft, die Kunden mögen den Engpass entschuldigen. Schon seit der Markteinführung Ende letzten Jahres hinkt die Produktion des Geräts den Bestellungen hinterher. Doch hinter den Kulissen wird über ein anderes Szenario getuschelt: Künstliche Verknappung. Es könnte der Anfang vom Ende für das gedruckte Wort sein. Das Lesen fortsetzen »

Fast genau auf den Tag einen Monat nachdem sich das Kosovo von Serbien als souveräne Republik für unabhängig erklärt hatte, erkannte die kanadische Regierung das neue Land offiziell am 18. März 2008 an. In seiner Erklärung betonte der kanadische Außenminister Maxime Bernier, dass das Kosovo einen „einzigartigen Fall“ darstellt und die „einzigartigen Umstände, die zur Unabhängigkeit des Kosovo geführt haben, in keinster Weise einen Präzedenzfall darstellen.“ Diese Bemerkungen verdeutlichen die innenpolitische Dimension der Anerkennung des Kosovo im Hinblick auf die Seperationsbestrebungen großer Teile innerhalb der frankophonen Provinz Québec.

Im Unterschied zu den meisten westeuropäischen Ländern und den USA ließ sich Kanada auffallend lange Zeit, die selbstdeklarierte Unabhängigkeit der Republik Kosovo offiziell anzuerkennen. Die Ursachen für das lange Zögern der Regierung sind wohl in der Frage zu finden, inwiefern die Anerkennung ein Modell für eine Abspaltung Québecs aus der kanadischen Föderation darstellt. Das Lesen fortsetzen »

FU nach Tempelhof

Gemäß unserer ‚Satzung’, dass dieser Blog auch mal ein gerichtetes Ventil sein darf, möchte ich hier jetzt mal Dampf ablassen. Ich, Lüdde, finde, dass die Freie Universität nach der überfälligen Schließung des Flughafens Tempelhof auf das freiwerdende Gelände ziehen sollte! Kawumm, warum das denn? Dafür gibt es gute Gründe.

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Eigentlich sollte nun endlich mal ein Artikel zum Thema der Superdelegierten der demokratischen Partei stehen. Stattdessen schneide ich das delikate Thema US-Wirtschaft an. Delikat, weil erstens viele unter uns Wirtschaft zwar wichtig und interessant, aber unverständlich (zu Recht) finden, und zweitens, weil es mit der Wirtschaft in den USA gerade im Argen ist. Die vier folgenden Punkte haben alle etwas gemeinsam: sie befassen sich mit der aktuellen Krise der US-Wirtschaft.

- Das Konjunkturpaket (168 Millionen US-Dollar um die Wirtschaft zu stützen)
- Der absackende Dollarkurs (derzeit liegt der Euro über US$ 1,50)
- Die Bürgschaft der amerikanischen Zentralbank (Fed) für Bear Stearns
- und die Wirtschaft als Thema im Präsidentschafts-Wahlkampf

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Barack Obamas Äußerungen, wonach im Hinblick auf Afghanistan von den „USA und Großbritannien verlangt wird, die Drecksarbeit zu machen“, waren an die Europäer - in erster Linie Deutschland - gerichtet, ihr Engagement in Afghanistan zu erweitern. Auf einer anderen Ebene jedoch waren diese Bemerkungen in zweierlei Hinsicht ebenfalls für die US-kanadischen Beziehungen und Kanadas außenpolitische Situation aufschlussreich.

Sie belegen zum einen ein traditionelles Desinteresse der USA gegenüber seinem nördlichen Nachbarn. Zwar stellen die USA und Großbritannien die größten Truppenverbände in den jeweiligen Missionen (International Security Assistance Force [ISAF] und Operation Enduring Freedom [OEF]) in Afghanistan, jedoch rangieren die Verlustzahlen kanadischer Soldaten auf dem gleichen Niveau wie die Großbritanniens. Das Lesen fortsetzen »

Ein nettes Detail vieler US-amerikanischer Wahlkämpfe, insbesondere der innerparteiliche Wahlkampf um die Kandidatur für das US-amerikanische Präsidentenamt auf Seiten der Demokraten, ist, dass die politischen Programme Clintons und Obamas in etwa Deckungsgleich sind. Um Inhalte wird zwar auch gefochten, jedoch beschränkt es sich dabei des Öfteren auf den gegenseitigen Vorwurf Programme von einander adaptiert zu haben.

Ich möchte hier auf einen gemeinsamen Aspekt der politischen Programme der beiden Kandidaten für die demokratische Präsidentschaftsnominierung, Hillary Clinton und Barack Obama, hinweisen: Die Gesundheitspolitik. Gesundheitspolitik ist in den USA ein sehr brisantes Thema. Zum einen haben 47 Million (!) US-Amerikaner keine Krankenversicherung (zudem viele mehr ohne eine ausreichende), d.h. sie laufen Gefahr bei einer irgendwann zwangläufig anstehenden Zahnoperation (schließlich können sie nicht einfach zur Prophylaxe gehen) abgewiesen zu werden oder sich bis zum Sankt-Nimmerleinstag zu verschulden, während die volkswirtschaftlichen Kosten trotzdem rasant steigen. Gut gewürzt ist das Thema zum anderen, weil die kompromisslose und schlecht geplante Gesundheitsreform der ehemaligen First-Lady Hillary Clinton 1993 grandios gescheitert ist.

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John McCain könnte doch eigentlich seit dem Super-Tuesday (auch Tsunami-Tuesday, Super-Duper-Tuesday oder einfach nur der 5. Februar 2008 ) die Beine hochlegen, sich das Kopf-an-Kopf-Rennen seiner demokratischen Kontrahenten ansehen und einer ruhigen, gelassenen Zeit bis zu seiner offiziellen Nominierung, Anfang September, zum republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten entgegensehen. Eine Welle von öffentlichen Unterstützungen (endorsement) ist seitdem über den 71-jährigen Senator aus Arizona hereingebrochen. Ihren ersten Höhepunkt erreichte sie durch das Ausscheiden von Rudolph Giuliani aus dem Rennen für die US-Präsidentschaftskandidatur und dem darauffolgenden endorsement für McCain. Nachdem Mitt Romney ebenfalls seine Kandidatur zurückgezogen und sich für McCain ausgesprochen hatte, hat sich nun auch der erste Bush-Präsident, George H. W. Bush, für McCain erklärt. Das Lesen fortsetzen »

Willkommen auf durchblick Nordamerika liebe Leute,

dies ist der Ersteintrag auf unserem neuen Blog, in dem es um politische Themen Nordamerikas gehen wird. Politische Themen sind aber keinesfalls ausschließlich Themen amerikanischer und kanadischer Politik, sondern umfassen alles, was bewegt, anstößt, emotionalisiert und worüber diskutiert werden muss.

Die Idee einen thematischen Blog zu eröffnen hat grob gesagt drei Ursachen: Erstens sind wir (John und Lüdde) nachdenkliche Studenten der Nordamerikastudien mit dem Bedürfnis zu schreiben. Zweitens wollen wir informieren und mit unseren aufgegriffenen Debatten unsere lieben Mitmenschen zum Nachdenken anregen. Drittens soll dieser Blog, neben allen hehren Beweggründen, auch ein gerichtetes Ventil dafür sein, loszuwerden, was uns wurmt.

Nun zu dem wie wir schreiben wollen. Dieser Blog soll sich nicht an akademischen Maßstäben messen. Dennoch haben wir den Anspruch unsere Quellen offen zu legen und zu kennzeichnen wann es unsere bzw. die Meinung von einem von ist. Wie schon angedeutet soll es Einträge mit maßgeblich informativem Charakter und Einträge, die Standpunkte darstellen, geben. Unser Ziel ist wöchentlich einen neuen Eintrag einzustellen. Ein Blog lebt von den Kommentaren und der Kritik an den Einträgen. Genauso wünschen wir uns das hier auch!

Auf gutes Gelingen,

John & Lüdde

Wie kommt es eigentlich, dass auf Barack Obama, Kandidat für die US-Präsidentschaftsnominierung der Demokraten, so vielschichtige Hoffnungen projiziert werden und er sie absorbieren kann?

Obamas Mantra ist change. Aber was heißt das? Für ihn ist Politik, wie sie in Washington gemacht wird, beschädigt. Politik ist in den letzten Jahren von Grabenkämpfen geprägt gewesen, so dass eine Zusammenarbeit von Republikanern und Demokraten seit 1994 im republikanisch dominierten Kongress kaum stattfand. Seit Bushs Wahl 2000 wurde durchregiert. Zudem wurden die wenigen Ergebnisse parteiübergreifender Zusammenarbeit, wie z.B. die Iraq Study Group (Baker Commission) oder der McCain/Kennedy-Vorstoß für eine Reform der Einwanderungsgesetze in 2005, von der Bush-Administration ignoriert. Diese politische Spaltung führte zu einer Polarisierung in den USA, so Obama. Politik könne demzufolge nur “repariert” werden, indem dieser Bruch überwunden und gemeinsame Probleme vereint angegangen würden - ohne ideologische Barrieren.

Moment! Obama ist weder ein Linker, noch der Anti-Bush, dessen “bessere“ Politik, wenn er als Präsident gewählt würde, die vergangenen acht Jahre rückgängig machen wird. Tatsächlich ist sein Bild viel komplexer: Das Lesen fortsetzen »